Was sind Coronaviren und was bedeuten COVID – 19 und SARS CoV-2?Was sind Coronaviren und was bedeuten COVID – 19 und SARS CoV-2?

Coronaviren wurden erstmalig Mitte der 1960er Jahre identifiziert. Der Name "Coronavirus" bezieht sich auf das Aussehen der Coronaviren unter dem Mikroskop, das an eine Krone oder einen Kranz erinnert (lateinisch corona = Kranz, Krone). Ein Teil der Erkältungskrankheiten des Menschen wird durch Coronaviren ausgelöst. Das neuartige Coronavirus wird als "neuartig" bezeichnet, da es sich um ein neues Virus der Virusfamilie der Coronaviren handelt, das erstmals im Dezember 2019 identifiziert wurde. Seit dem 11. Februar 2020 trägt dieses Virus, das vorläufig mit 2019-nCoV bezeichnet wurde, einen neuen Namen: SARS-CoV-2. Das Akronym SARS steht hierbei für “Schweres Akutes Atemwegssyndrom”. Die Erkrankung, welche durch SARS-CoV-2 ausgelöst wird, wird mit COVID-19 bezeichnet (Corona Virus Disease 2019). Coronaviren können Menschen oder Tiere infizieren. In manchen Fällen können Coronaviren, die zuvor ausschließlich Tiere infiziert haben, auf den Menschen übertreten, sich dort weiterverbreiten und auch zu schweren Erkrankungen führen. In der Vergangenheit war das bei den Ausbrüchen von SARS-CoV (Severe Acute Respiratory Syndrome) und MERS-CoV (Middle East Respiratory Syndrome) der Fall. Auch bei dem neuartigen Coronavirus trifft dies vermutlich zu.

Wie kann ich mich vor COVID - 19 schützen?

Auch wenn jetzt eine COVID-19-Impfung zur Verfügung steht, bleiben Kontaktbeschränkungen, Abstands- und Hygieneregeln sowie der Mund-Nasen-Schutz wichtige Maßnahmen, um eine Ansteckung zu vermeiden.

Halten Sie möglichst immer und überall mindestens 1,50 m Abstand zu anderen Personen.

Tragen Sie einen Mund-Nasen-Schutz, damit sich Tröpfchen, die beim Sprechen, Niesen und Husten entstehen, nicht in der Luft verteilen. Wechseln Sie den Mund-Nasen-Schutz regelmäßig. Wenn er aus Stoff ist, waschen Sie ihn regelmäßig bei mindestens 60 Grad.

Drehen Sie sich von anderen Personen weg, wenn Sie husten oder niesen müssen. Halten Sie sich ein Taschentuch vor das Gesicht oder niesen Sie in die Armbeuge.

Waschen Sie sich häufig und gründlich die Hände mit Seife oder benutzen Sie Hände-Desinfektionsmittel.

Verzichten Sie auf das Händeschütteln und Umarmungen.

Wenn Sie sich in geschlossenen Räumen aufhalten, lüften Sie regelmäßig und ausreichend lange (mindestens 5 Minuten).

Schränken Sie soziale Kontakte möglichst ein und meiden Sie größere Menschenansammlungen.

Säubern Sie bei Bedarf Gegenstände mit einfachen Haushaltsreinigern.

Halten Sie sich bei lokalen COVID-19-Ausbrüchen an die Empfehlungen der Landesregierungen und Gesundheitsämter.

Ich habe COVID – 19 Symptome. Was mache ich jetzt?Ich habe COVID – 19 Symptome. Was mache ich jetzt?

Nicht alle infizierten Personen haben Krankheitsanzeichen. Aber auch ohne Symptome kann man andere anstecken. Bei Verdacht auf eine Infektion sollte man sich telefonisch in einer Arztpraxis melden.

Erste Symptome treten 1 bis 14 Tage (meist 5 bis 6 Tage) nach der Ansteckung auf. Typische Symptome sind: Husten, Fieber, Schnupfen, Geruchs- und Geschmacksstörungen Auch diese Symptome können auf COVID-19 hinweisen: Kurzatmigkeit, Atemnot, Halsschmerzen, Kopf- und Gliederschmerzen, Bauchschmerzen, Magen-Darm-Symptome, Hautausschlag, Augenbindehautentzündung, Lymphknotenschwellung, Schläfrigkeit, Bewusstseinsstörungen

Bei einem schweren Verlauf verschlechtern sich die Symptome typischerweise nach 7 bis 10 Tagen. Besonders die Lunge wird dann durch Entzündungsvorgänge stark angegriffen. Ein schwerer Verlauf ist bei ansonsten gesunden Menschen deutlich seltener als etwa bei Menschen mit Vorerkrankungen. Viele der infizierten Menschen verspüren gar keine Beschwerden.

Sollten Sie verdächtige Symptome bei sich feststellen, wenden Sie sich telefonisch an Ihre Hausarztpraxis oder an den ärztlichen Bereitschaftsdienst: 116117.

Nehmen Sie Erkältungssymptome ernst: Auch bei leichten Anzeichen eines Atemwegsinfekts sollten Sie sich – am besten telefonisch – bei einem Arzt oder einer Ärztin melden. Besprechen Sie das Vorgehen zunächst telefonisch mit Ihrer Hausärztin oder Ihrem Hausarzt. Oder wenden Sie sich außerhalb der Sprechstunden an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der bundesweit geltenden Telefonnummer 116 117. Die Ärzte oder der Bereitschaftsdienst werden Ihnen – sofern ein Test erforderlich ist – mitteilen, wo der Test durchgeführt werden kann. In Notfällen, z. B. bei starker Atemnot, wählen Sie die 112. Falls Sie Kontakt zu einer positiv getesteten Person hatten, wenden Sie sich auch ohne dass Symptome vorliegen an das zuständige Gesundheitsamt (oder Ihren Hausarzt), das nach einer individuellen Befragung die weiteren Maßnahmen festlegen wird.

Ich habe den Verdacht, dass ich COVID – 19 hatte. Kann man das nachweisen?Ich habe den Verdacht, dass ich COVID – 19 hatte. Kann man das nachweisen?

Antikörper-Test auf spezifische IgG-Antikörper

Spezifische IgG-Antikörper bilden sich erst einige Tage bis Wochen nach einer akuten Atemwegsinfektion, daher ist diese Blutuntersuchung für die Diagnostik einer akuten Erkrankung ungeeignet. Ein Antikörper-Nachweis kann jedoch für die Identifikation von bereits länger bestehenden oder gar überstandenen Infektionen hilfreich sein. Inwieweit die Präsenz von Antikörpern mit Immunität korreliert, ist nach derzeitigem Kenntnisstand noch unklar. Diese Fragestellung wird aktuell am Institut für Virologie näher untersucht. Die Kosten für die Beratung und Durchführung dieser Testung werden aktuell nicht von den Krankenkassen übernommen und sind, wenn der Test gewünscht wird, persönlich zu tragen. Diese Blutuntersuchung ist in unserer Praxis jederzeit durchführbar. Das Ergebnis erhalten Sie am Folgetag.

Wann, wer und wie wird auf COVID – 19 getestet?

Wer getestet wird

Beim Testen ist ein zielgerichtetes Vorgehen wichtig. Testen ohne Anlass führt zu einem falschen Sicherheitsgefühl. Denn auch ein negativer Coronatest ist nur eine Momentaufnahme und entbindet nicht von Hygiene- und Schutzmaßnahmen (Stichwort AHA+L-Formel). Testen ohne einen begründeten Verdacht erhöht außerdem das Risiko falsch-positiver Ergebnisse und belastet die vorhandene Testkapazität. Daher wollen wir verstärkt, aber auch gezielt, testen.

Anpassung der nationalen Teststrategie für die Herbst- und Wintersaison 2020/2021

Personen mit leichten Erkältungssymptomen, die keiner Risikogruppe angehören oder keinen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten, werden zunächst nicht getestet. Diese Entscheidung trifft der behandelnde bzw. kontaktierte Arzt. Diese Personen sollten sich zu Hause selbst absondern, um möglichst wenig Kontakte zu haben. Diese Selbstisolierung sollte nach einer Empfehlung des RKI fünf Tage plus zwei Tage ohne Symptome betragen. Betroffene sollten mit ihren Arbeitgebern klären, ob in dieser Zeit Homeoffice möglich ist. Gegebenenfalls sollten sie mit ihrem Arzt über eine Krankschreibung sprechen.

In Deutschland werden die folgenden Personengruppen auf Kosten der GKV getestet:

  • Personen mit COVID-19-typischen Symptomen.
  • Bei Personen ohne Symptome, die engen Kontakt zu einer mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierten Person hatten.
  • Personen in Gemeinschaftseinrichtungen und –unterkünften (z.B. Schulen, Kitas, Geflüchtetenunterkünfte, Notunterkünfte, Justizvollzugsanstalten), wenn in der Einrichtung eine mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Person festgestellt wurde.
  • Patienten, Bewohner und das Personal in Pflegeeinrichtung oder im Krankenhaus, wenn es zu einem Ausbruch des Virus in der Einrichtung kam. Dies gilt beispielsweise auch für Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen, der Rehabilitation, ambulante Operationen oder ambulante Dialyse sowie für Arzt- und Zahnpraxen und weitere Praxen humanmedizinischer Heilberufe, Tageskliniken und den Rettungsdienst.
  • Patienten oder Bertreute vor Aufnahme oder Wiederaufnahme: vor allem in medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung (ohne Praxen der human-, zahnärztlichen oder sonstigen humanmedizinischen Heilberufe), in (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen, von ambulanten Pflegediensten und Diensten der Eingliederungshilfe und in Tageskliniken.

Für Personal von bestimmten Einrichtungen (darunter Personal von medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung wie Krankenhäuser, Dialyseeinrichtungen, Einrichtungen für ambulantes Operieren, Arzt- und Zahnarztpraxen, Personal ambulanter Pflegedienste, Personal von (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen, Personal der ambulanten Dienste der Eingliederungshilfe, im Rettungsdienst und in Tageskliniken) beschränkt sich der Anspruch auf kostenlose Testung auf einen Antigen-Test. Dies betrifft Testungen in diesen Einrichtungen, die präventiv stattfinden, d.h., ohne dass in der Einrichtung ein bestätigter Infektionsfall vorliegt.

Für die folgenden Personengruppen beschränkt sich der Anspruch auf eine Testung mit patientennahen Antigen-Schnelltests (PoC-Antigentests) im Rahmen des einrichtungs- und unternehmensbezogenen Testkonzepts:

  • Patienten, Betreute, Pflegebedürftige, Untergebrachte, vor allem in medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung (ohne Praxen der human-, zahnärztlichen oder sonstigen humanmedizinischen Heilberufen), in (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen, von ambulanten Pflegediensten und Diensten der Eingliederungshilfe und in Tageskliniken; ohne COVID-19-Fall, entsprechend des Testkonzepts der Einrichtung.
  • Besucher vor allem in medizinischen Einrichtungen der stationären und ambulanten Versorgung (ohne Praxen der human-, zahnärztlichen oder sonstigen humanmedizinischen Heilberufen) sowie in (teil)stationären Einrichtungen zur Betreuung und Unterbringung älterer, behinderter und pflegebedürftiger Menschen; unmittelbar vor dem Besuch der Einrichtung.

Wie ein Test zum Nachweis von SARS-CoV-2 abläuft

Zunächst muss bei den Betroffenen ein Abstrich gemacht werden. Die Viren vermehren sich in den Schleimhäuten im Nasen-/Rachenraum. Daher wird mit einem speziellen Tupfer an der Rachenhinterwand abgestrichen. Bei schwereren Verläufen kann auch Sekret aus den tiefen Atemwegen entnommen werden.

Zurzeit stehen zwei Testverfahren für den Nachweis von SARS-CoV-2 zur Verfügung: die Polymerase-Kettenreaktion (PCR) und der Antigen-Test.

Die PCR-Testung ist ein Standardverfahren in der Diagnostik von Viren, das automatisiert werden kann. Dafür müssen die Proben nach dem Abstrich so schnell wie möglich in ein Labor transportiert werden. Bei der PCR wird das Erbmaterial der Viren so stark vervielfältigt, dass es nachgewiesen werden kann, auch wenn es nur in geringen Mengen vorkommt. Das Testverfahren nimmt derzeit etwa vier bis fünf Stunden in Anspruch. Hinzu kommt die Transportzeit ins Labor, die Vorbereitungszeit im Labor und gegebenenfalls eine Wartezeit wegen eines hohen Probeaufkommens.

Warum sollte man sich gegen Covid-19 impfen lassen?

Eine Impfung gegen COVID-19 trägt sowohl zum individuellen Schutz als auch zur Eindämmung der Pandemie bei.

COVID-19 ist eine Erkrankung, die durch die Infektion mit SARS-CoV-2 auftreten kann. Der Krankheitsverlauf variiert hinsichtlich Symptomatik und Schwere: es können asymptomatische, symptomarme oder schwere Infektionen mit Pneumonie und weiteren Organbeteiligungen auftreten, die zum Lungen- und Multiorganversagen bis zum Tod führen können. Ein Teil der COVID-19-PatientInnen hat sich auch Wochen oder Monate nach Beginn der Erkrankung noch nicht wieder erholt und leidet weiterhin unter schweren Allgemeinsymptomen. Daten aus England deuten darauf hin, dass etwa 40% der hospitalisierten Erkrankten längerfristige Unterstützung benötigen und bei etwa 10% der nicht hospitalisierten, mild Erkrankten Symptome länger als 4 Wochen andauern.

Da das Virus auch durch asymptomatische Personen übertragen werden kann und generell sehr leicht übertragbar ist, breitet sich SARS-CoV-2 schnell aus. Weltweit wurden bis Anfang Januar über 85 Mio. COVID-19-Fälle und mehr als 1,8 Mio. Todesfälle berichtet.

Allein in Deutschland sind bisher über 2,2 Millionen Menschen an COVID-19 erkrankt und mehr als 60.000 Menschen daran gestorben. Durch eine Impfung kann das Infektions- und Erkrankungsrisiko sehr stark reduziert werden.

Beide Impfstoffe, die in der EU und somit in Deutschland am 21.12.2020 (BioNTech) bzw. 06.01.2021 (Moderna) zugelassen wurden, waren in der klinischen Erprobung sehr effektiv. Die Studiendaten zeigten, dass die Wahrscheinlichkeit, an COVID-19 zu erkranken, bei den COVID-19-geimpften TeilnehmerInnen um 95% bzw. 95% geringer war als bei den Placebo-geimpften TeilnehmerInnen. Das bedeutet, dass eine gegen COVID-19 geimpfte Person nach einem Kontakt mit SARS-CoV-2 mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht erkranken wird. Über welchen Zeitraum eine geimpfte Person vor einer COVID-19 Erkrankung geschützt ist, d.h. wie lange der Impfschutz besteht, kann derzeit noch nicht gesagt werden. Zudem ist noch nicht geklärt, in welchem Maße die Transmission (Erregerübertragung) durch geimpfte Personen verringert oder verhindert wird. Trotzdem bietet die Impfung einen sehr guten individuellen Schutz vor der Erkrankung.

Effektive und sichere Impfungen können einen entscheidenden Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten und werden es ermöglichen, Kontaktbeschränkungen mittelfristig zu lockern. Zunächst muss jedoch ein Großteil der Bevölkerung eine Immunität gegen das Virus entwickelt haben. Durch die Impfung wird eine relevante Bevölkerungsimmunität ausgebildet und das Risiko schwerer COVID-19 Erkrankungen sehr stark reduziert.

Wann werde ich geimpft ?

Nach den Weihnachtsfeiertagen wurde mit den Impfungen gegen das Coronavirus begonnen. Bundesgesundheitsminister Spahn (CDU) hatte zuvor die Impfverordnung vorgestellt, die die Reihenfolge festlegt. Begonnen wurde mit den Pflegeeinrichtungen und den über 80-Jährigen. Mit welchen Gruppen geht es dann weiter? Eine Übersicht.

Erste Gruppe

Hierzu gehören Menschen ab 80 Jahren sowie diejenigen, die in stationären Einrichtungen zur Behandlung oder Pflege älterer oder pflegebedürftiger Menschen betreut werden oder tätig sind. Zur ersten Gruppe gehört zudem, wer auf Intensivstationen, in Notaufnahmen, in Rettungsdiensten oder den Impfzentren arbeitet.

Diese erste Gruppe umfasst etwa 8,6 Millionen Menschen. Bis Ende Januar werden laut Ministerium deutschlandweit höchstens vier Millionen Impfdosen zur Verfügung stehen. Alle Lieferungen werden nach ihrem Bevölkerungsanteil an die Bundesländer verteilt. Für das gesamte erste Quartal wird mit elf bis 13 Millionen Impfdosen gerechnet. Minister Spahn sprach davon, dass die „Impfung der Schwächsten“ ein bis zwei Monate dauern könnte. Doch da jeder zweimal geimpft werden muss, dürfte dieses Ziel bei der erwarteten Mengen der Dosen nicht erreicht werden.

Zweite Gruppe

Alle ab 70 Jahren sowie Menschen mit einem sehr hohen Risiko oder einer hohen Wahrscheinlichkeit für einen schweren Krankheitsverlauf. Dazu gehören Demenzkranke sowie Menschen mit Trisomie 21, einer geistigen Behinderung und Transplantationspatientinnen und Transplantationspatienten. Auch enge Kontaktpersonen von Pflegebedürftigen können sich dann impfen lassen.

Zur zweiten Gruppe gehören auch Menschen in Asyl- oder Obdachlosenunterkünften sowie Polizei- und Ordnungskräfte, die in Ausübung ihrer Tätigkeit zur Sicherstellung öffentlicher Ordnung, insbesondere bei Demonstrationen, einem hohen Infektionsrisiko ausgesetzt sind.

Dritte Gruppe

Alle Menschen ab 60, stark Übergewichtige mit einem Body-Mass-Index über 30, Menschen mit chronischer Nieren- oder Lebererkrankung, Patientinnen und Patienten mit Immundefizienz und HIV-Infizierte sowie Menschen mit Diabetes, Herzerkrankungen oder Bluthochdruck. Erfasst sind außerdem Krebs- und Asthmakranke sowie Menschen mit Autoimmun- oder rheumatischen Erkrankungen. Auch Personen, die im Lebensmitteleinzelhandel tätig sind, sowie Erzieherinnen und Erzieher oder Lehrerinnen und Lehrer gehören dazu.

Spahns Verordnung sieht mit den drei Gruppen nur halb so viele vor, wie der Vorschlag der Impfkommission Stiko genannt hatte. Anders als bei der Stiko-Empfehlung ist es bei der Regelung des Ministers auch möglich, innerhalb einer Gruppe zu priorisieren.

Wann können sich Bürgerinnen und Bürger impfen lassen, die keiner der Gruppen angehören?

Hierzu gibt es unterschiedliche Aussagen. Aller Wahrscheinlichkeit nach nicht vor dem Sommer. Aber es bleibt abzuwarten, welche weiteren Impfstoffe zugelassen werden und ob sie dann auch in hoher Stückzahl geliefert werden können.

Bundesgesundheitsminister Spahn hat das Ziel ausgegeben, „ab Mitte 2021“ allen Menschen in Deutschland ein Impfangebot zu machen.

Ich hatte schon COVID-19. Soll ich mich impfen lassen?

Zwar liegen noch nicht genügend Belege vor, allerdings geht die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung davon aus, dass Personen, die bereits mit SARS-CoV-2 infiziert oder gar an COVID-19 erkrankt waren, "zumindest vorübergehend über einen Schutz vor einer Erkrankung verfügen". Über die Dauer des Schutzes gibt es aber noch zu wenige Daten.

Daher rät die Ständige Impfkommission auch diesen Personen zu einer Impfung. Wann genau der richtige Zeitpunkt dafür ist, kann aber noch nicht gesagt werden. Allerdings empfiehlt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung Personen, die bereits eine Infektion durchgemacht haben, erst einmal zurückzustecken und anderen, gefährdeteren Personen die Impfung zu überlassen. Der Grund: Die Knappheit des Impfstoffs.

Gesichert ist dagegen, dass Personen, die bereits eine Erkrankung durchgemacht haben, den Impfstoff besser vertragen als andere. Die Reaktionen seien weniger stark ausgeprägt gewesen, schreibt die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung auf ihrer Homepage. Das geht aus den Zulassungsstudien der beiden mRNA-Impfstoffe von Biontech und Moderna hervor. An diesen hatten eben auch Personen teilgenommen, die im Vorfeld eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht hatten.

Wo wird geimpft und wie erfahre ich davon?

Zunächst in den dafür eingerichteten Impfzentren, von denen jeder Landkreis eines bekommen soll. Später soll es auch in den Arztpraxen möglich sein. Mobile Impftrupps kommen laut Spahn in den Heimen zum Einsatz, aber auch bei Hochbetagten und Pflegebedürftigen zuhause, die nicht in ein Zentrum gehen können.

Die Impfberechtigten würden informiert, wann es für sie losgehe – etwa per Schreiben oder über eine Hotline, kündigte der Minister an. „Mann wird und Frau wird erfahren, wann sie jeweils dran sind“, sagte er. Von Anfragen bei den Zentren und in Arztpraxen sollte man zunächst absehen, um diese nicht zu überlasten.

Wer bezahlt die Impfung?

Der Bund bezahlt die Impfstoffe. Den Aufbau und die Organisation der Impfzentren finanzieren die Länder sowie die Krankenkassen. Die Länder sowie die gesetzlichen und privaten Krankenversicherungen teilen sich die Kosten für den Aufbau und Betrieb der Impfzentren.

Welche Impfstoffe gibt es gegen COVID- 19 und wie wirken sie?

In Deutschland sind derzeit drei Impfstoffe gegen das Coronavirus zugelassen: der Impfstoff Comirnaty des Unternehmens Biontech/Pfizer und der Impfstoff Moderna des Unternehmens Moderna Biotech. Von beiden Herstellern erhält Deutschland mehrere Millionen Impfdosen über die Europäische Union. Impfstoffe weiterer Hersteller sind derzeit noch in der Entwicklung. Aussserden wurde ein Vektorimpfstoff der Fa. AstraZeneca zugelassen.

Die Impfung mit Boten-RNA stellt den Körperzellen des geimpften Menschen vorübergehend eine Bauanleitung für Eiweißstoffe zur Verfügung, die typisch für das Virus sind. Diese Eiweiße führen wie bei anderen Impfungen dazu, dass das Immunsystem einschlägige Antikörper herstellt. Bei einer tatsächlichen Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus kann das Immunsystem rascher reagieren. Die Boten-RNA wird in der Körperzelle abgebaut und hat keinen Einfluss auf das Erbgut der menschlichen Zellen.

Der Impfstoff wird in die Muskulatur eines Oberarmes gespritzt. Es sind zwei Spritzen erforderlich: Die zweite Impfdosis wird 6 Wochen(Biontach) bzw. 4 Wochen(Moderna) nach der ersten gegeben. Bei dem Impfstoff der Fa. AstraZeneca erfolgt die zweite Impfung 12 Wochen nach der ersten.

Studienuntersuchungen haben gezeigt, dass das Risiko an Covid-19 zu erkranken durch die Impfung deutlich sank. Bei Menschen mit Vorerkrankungen ist der Impfstoff ebenso wirksam. Es wurde auch untersucht; ob eine Impfung mit den o.g. Impfstoffen schwere Krankheitsverläufe vermeiden kann. Eine schwere Covid-19-Erklrankung hieß u.a.: jemand hatte eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung, sodass er zum Beispiel eine Behandlung mit Sauerstoff benötigte, er oder sie hatte einen Kreislaufschock, Lungenversagen, wurde auf eine Intensivstation verlegt oder starb an Covid – 19. Die Studie zeigt, dass die beiden Impfstoffe das Risiko für einen Schweren Verlauf deutlich verringern konnte.

Schützt auch schon die erste Impfdosis?

Es ist unklar, wie gut man bereits nach der ersten Dosis gegen eine Covid-19-Erkrankung geschützt ist. Den vollen Impfschutz hat man erst eine Woche nach der zweiten Dosis.

Kann man trotz Impfschutz das Coronavirus übertragen?

Die Studie hat untersucht, ob Comirnaty Covid-19-Erkrankungen verhindern kann. Es ist aber noch unklar, ob man sich trotz einer Impfung mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 anstecken kann, dann aber ohne Beschwerden bleibt. Ob eine geimpfte Person das Virus trotzdem übertragen kann, muss ebenfalls weiter untersucht werden.

Welche Nebenwirkungen/Komplikationen können auftreten?

Wie bei jeder Impfung, können auch nach der COVID-19-Impfung Impfreaktionen und Nebenwirkungen auftreten. Impfreaktionen treten in der Regel kurz nach der Impfung auf und halten wenige Tage an. Die STIKO hat die Evidenz für den BioNTech/Pfizer und den Moderna-Impfstoff bewertet. Die beiden mRNA-Impfstoffe (Comirnaty von BioNTech/Pfizer, COVID-19-Impfstoff von Moderna) werden hinsichtlich Sicherheit und Wirksamkeit als gleichwertig beurteilt. Bezüglich der Sicherheit wurde die Häufigkeit von Impfreaktionen und Nebenwirkungen, die innerhalb von bis zu 14 Wochen nach Verabreichung des Impfstoffs auftraten, bei Geimpften mit einer Placebogruppe verglichen.

Die häufigste lokale Reaktion war Schmerzen an der Einstichstelle (Impfung: 83% [BioNTech/Pfizer] bzw. 88% [Moderna]; Placebo: 14% [BioNTech/Pfizer] bzw. 17% [Moderna]). Unter den systemischen Reaktionen waren Abgeschlagenheit (Impfung: 47% bzw. 65%; Placebo: 23% bzw. 33%) sowie Kopfschmerzen (42% bzw. 59% vs. 23% bzw. 34%) die häufigsten Ereignisse. Fieber trat nach der ersten Impfdosis seltener (Impfung: 4% bzw. 0,8%; Placebo: 1% bzw. 0,3%) als nach der zweiten Impfdosis (Impfung: 16% bzw. 15,5%; Placebo: 0% bzw. 0,3%) auf. In den Zulassungsstudien beider mRNA-Impfstoffe wurden wenige transiente Fazialisparesen beobachtet, deren Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung nicht ausgeschlossen werden konnte.

Insbesondere schwere unerwünschte Ereignisse mit hohem Schweregrad und solche, die als lebensbedrohlich klassifiziert wurden, traten in der Impfstoff- und Placebogruppe gleich häufig auf. Weder in der Impfstoff- noch in der Placebogruppe traten Todesfälle auf, die auf die Injektion des Impfstoffs oder der Kochsalzlösung zurückzuführen waren.

Wird in unserer Praxis gegen COVID-19 aktuell geimpft?

Ja.

Seit dem 7.4.21 wird in unserer Parxis mit den Impfstoffen der Fa. Biontech-Pfizer und AstraZeneca gegen das Coronavirus geimpft. Da nur sehr wenig Impfstoff zur Verfügung steht wird streng nach Priorisierungsgruppen geimpft.